MICHAIL MICHAILOV
   
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Artist Michail Michailov showed a video projected on a drawing which he positioned on the floor, in the telescope’s control room. Titled M-theory, it shows the artist filmed from above, wearing a traditional Caucasian wool hat and performing a Cherkessian folk dance. The drawing on which it is projected, and which rotates on the ground, depicts dust and hair collected from the artist’s studio. In a site dedicated to the biggest questions about existence, Mikhailov attempts to grasp human subjectivity and the smaller existential questions that moor it.”
(Hili Perlson, artnet news, October 28, 2016)

Michail Michailov, an artist based in Vienna, created “M-Theory,” a multimedia installation, where a video of Michailov performing a traditional local dance is projected onto a drawing of "dust" in colored pencil. Michailov's intricately drawn “dust” appears entirely realistic — so realistic in fact that it was almost destroyed by accident when one of the observatory workers mistook it for the real thing.

M-Theory,” which is located in the old telescope control room, responds to the vast reaches of the universe by drawing on the individual human experience of the world. “It’s about where we come from and where we are going to,” explained Michailov. “I wanted to reclaim the confusing concept of M-Theory by making my art a play on words — my name is Michail and this is my very own ‘M-Theory.“”
(Ruth Moore, The Moskow Times, November 29, 2016)

"And it was Austrian artist Michail Michailov’s drawing of dust – which was meant to represent the particles the astronomers look at through the telescope – that was nearly thrown away after being mistaken for dust. An incident brushed off by Mraz as “the risk of contemporary art.”
(Kevin O'Flynn, The Guardian, 11 November 2016)

Lautlos dreht sich das gewaltige Tele- skop, ein Computer hält es auf Kurs mit denSternenbahnen. Hinter einer Glas- scheibe, im Kommandoraum, dreht sich MichailMichailov zu lauter Musik. Im Frühjahr haben die Künstler eine Erkun- dungsreise in dieRepublik Karatschai- Tscherkessien gemacht. Der 38-jährige Wiener hat die kaukasischenTänze nach- getanzt, mit denen sie begrüßt wurden. Ein Video davon projiziert er auf einerotie- rende Leinwand am Boden. Darauf hat er Staub gemalt, den er in seinem Atelier gefundenhat, „eineigener Mikrokosmos“, er- klärt Michailow ironisch. „M-Theory“ hat er dieInstallation genannt, nach einem Ver- such der Physiker, unterschiedliche Theo- rien über denUrsprung des Universums in Einklang zu bringen.”
(Julian Hans, Süddeutsche Zeitung, 11 November 2016)

Kein Stäubchen darf zu den hochempfindlichen Geräten dringen. Um die menschliche Sphäre davon abzusetzen, hat der Künstler Michail Michailov auf einerVideoleinwand, auf der ein schwarzer Zottelstern herumrutscht, Krümelchen und Härchen eingezeichnet. Michailows „Stern“ entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Luftaufnahmeeines Kaukasiers, der in Schaffellmütze einen Volkstanz hinlegt.”
(Kerstin Holm Frankfurter Algemeine,11 November 2016)



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Auf Einladung des Kunstraum Niederösterreich zum Thema „Hans im Glück“ war der Künstler auf einer siebentägigen Expedition in Niederösterreich unterwegs.
Michail Michailov konnte man nur "durch glücklichen Zufall" begegnen, wie es im Programm heißt: Der Künstler ging von Mariazell nach Wien, kehrte also den Wallfahrtsweg um. Dabei tauschte er die Wegweiser der "Via Sacra" durch weiße Pfeile aus, die er beliebig verdrehte: um zu zeigen, dass man fürs Glück "nicht immer ein Ziel braucht". Im Kunstraum legte er die getauschte Pfeile Richtung Glück kreisförmig auf.
Auf dem dazugehörigen Video sieht man Michailov im weißen Schutzanzug neben den Wegweisern stehen: In einer regungslosen Haltung, die aussieht, als wolle er sich unsichtbar machen. Eine Inter-pretation für diese mystische Haltung, sein Markenzeichen, möchte er allerdings nicht geben. Auch hier lässt er sich lieber auf das ein, was kommt.
(Roman Gerold, DER STANDARD, 26.9.2014)

Kreuzweg der Reinigungsprozesse

Michail Michailov befiehlt im Projektraum Viktor Bucher "Take off your shoes": existenzielle Fragen nach Sein oder Jagdschein, Mensch oder Parasit

Wien - Schon Gott, so heißt es in der Bibel, habe Moses angewiesen: "Zieh deine Schuhe aus, denn du befindest dich auf heiligem Boden!" Seither ziert der Befehl so manchen Fußabstreifer, Mr. B. B. King und Sinéad O'Connor dichteten Lyrics drumherum.
Take off your shoes II ist nun im Projektraum Viktor Bucher gleich beim Eingang an die Wand gepinselt. Dass - bis auf zwei kleine Kinder - genau keiner der Besucherinnen und Besucher dieser Aufforderung nachkommt, besagt allerdings nicht, dass Kunst im Allgemeinen - und die von Michail Michailov im Besonderen - keine Wirkungsmacht hat. Im Gegenteil.
Der 1978 in Bulgarien geborene und in Wien lebende Künstler hat eine Art Kreuzweg der inneren und äußeren Reinigungsprozesse geschaffen. Ein multimediales Stationendrama mit Videos, Fotos von Aktionen im öffentlichen Raum (aufgenommen von Hannes Anderle), Installationen und Zeichnungen. Hauptutensil vieler Aktionen: eine Art weißes Kleiderzelt oder Schlafsackanzug oder Anzugschlafsack.
Wenn sich Saubermann Michailov wie ein Derwisch im Kreise dreht, gleicht dieses Schlafsackhemd denn auch dem geblähten Wollkleid der Sufis, wobei eine Übersetzung von "Sufi" bekanntlich "rein sein" bedeutet. Ein Schlafsackkleid hat Michailov als eine - seine - Kapelle der Reinheit aufgebaut; den Eingang einer Vulva gleich aufgespreizt.
Im Inneren der Mutter-Kunstkirche läuft das Video Just keep on going: Michailov auf einer Rodel, rauf, runter, himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt. Galerienstaub plus ein wenig Dreck von draußen hat Michailov zu "M" und "ailov"-Staubhäufchen gekehrt, das doppelte "Ich" in Künstler-Vor- und -Nachnamen (und Synonym für die Existenz schlechthin) hat er aus Tierabbildungen (Katzen, Paviane, Wildschweine, Dürer-Hase) collagiert. Großartig auch das Video, das Michailov heimlich drehte, während er gemeinsam mit Künstlerkollegin Ekatarina Radeva in einem Privathaushalt bügelte und putzte.
Die beiden entdeckten eine bizarre Trophäensammlung, dutzende Tierfelle und ausgestopfte Wildtiere, Löwen, Tiger, Zebras, Nashörner. Sein oder Jagdschein. Mensch oder Parasit.”(Andrea Schurian, DER STANDARD, 13.2.2014)


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